Verwendung, Einsatzgebiete, Branchen

Im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. sind rund 100 Mitgliedsfirmen vertreten. Diese produzieren etwa 7 Mio. Tonnen Kalk pro Jahr. Davon werden ca. 2,5 Mio Tonnen in der Eisen- und Stahlindustrie benötigt. Etwa 2 Mio. Tonnen Kalk fließen in die Bauwirtschaft, rund 1,5 Mio. Tonnen Kalk in den Umweltschutz. Circa 0,8 Mio Tonnen finden Verwendung in der chemischen Industrie und weiteren industriellen Anwendungsbereichen sowie in der Landwirtschaft. Der Rest geht in den Export (Quelle: Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V.)

Branntkalk in der Bauindustrie

Branntkalk wird in der Bauindustrie als Beimischung zu Mörtel und Putzen verwendet, und zur industriellen Fertigung von Kalksandsteinen, außerdem ist er ein untergeordneter Bestandteil von Zementklinker.

Weiter wird Branntkalk zur Herstellung von Kalkmörtel, Kalkputz und Kalkfarbe und als Neutralisationsmittel genutzt.

Der gelöschte Kalk wird unter anderem als Alternative zum Kalkstein in der Rauchgasentschwefelung eingesetzt. Die Einsatzmenge ist hierbei ca. 1,8-fach geringer als für Kalkstein. Der dabei aus Branntkalk gewonnene Gips (Calciumsulfat) hat einen Weißgrad von 80 % und kann kommerziell weiterverwendet werden. Durch seine hohe Reaktivität werden geringere Verbrauchsmengen benötigt. Nachteil ist sein deutlich höherer Preis gegenüber Kalkstein.

Branntkalk in der Stahlindustrie

Einer der wesentlichen Einsatzbereiche ist die Entschwefelung von Roheisen, bei dem der Schwefel [S] als Begleiter [FeS] vorkommt und auf dem Weg zum Stahl (Konverter) herausgelöst werden muss. Dabei wird Kalk (CaO) entweder in das Roheisen eingeblasen oder mit einem Rührer eingemischt. Der Kalk verbindet sich mit dem Schwefel zu Calciumsulfid [CaS], steigt zur Oberfläche auf und setzt sich dort als Schlacke ab. Diese wird nach dem Entschwefeln mit einer Abkratzmaschine entfernt.

Branntkalk in der Chemie

In der Chemie nutzt man die Substanz als Trocknungsmittel und zur Absorption von Kohlenstoffdioxid.

Branntkalk in der Landwirtschaft

Weitere Einsatzbereiche von Branntkalk sind z. B. Düngekalk für die Landwirtschaft.

Branntkalk in der Lebensmittelindustrie

Calciumoxid wird Lebensmitteln als Säureregulator zugesetzt. Es dient dabei in erster Linie als sogenannter technischer Hilfsstoff, der im fertigen Lebensmittel nicht mehr vorhanden ist. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der Bezeichnung E 529 ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für Lebensmittel allgemein zugelassen.